Wer kommt nach Irland unter den Euro-Rettungsschirm?

Während das Finanzdebakel in Griechenland noch mit gefälschten Statistiken und fiskalem Schlendrian erklärt werden konnte und somit als ein Ausrutscher innerhalb des Euroraumes dargestellt werden konnte, trifft es mit Irland den einstigen Musterschüler der Eurozone.

Irland kämpft mit einer geplatzten Immobilienblase und dem dadurch ausgelöste Zusammenbruch des irischen Bankensystems. Mit Portugal und Spanien stehen praktisch die nächsten Kandidaten für Hilfe des Euro-Rettungsschirms schon fest. Spanien ist aufgrund seines ebenfalls maroden Immobilienmarktes und 20 Prozent Arbeitslosigkeit in Bedrängnis gekommen.

Es wird auch immer klarer, dass am Ende nur eine Hand voll Länder - angeführt von Deutschland - übrig bleibt, um für die Rettung der anderen zu bezahlen. Deshalb steigen bereits seit Wochen die Zinsen deutscher Staatsanleihen. Allerdings sollte doch eine Flucht in ausfallsichere Staatsschuldverschreibungen gerade die Bundesanleihen stützen. Doch diese Phase der Betrachtung scheint offensichtlich schon abgeschlossen zu sein. Die Marktteilnehmer scheinen die Gesamtbelastungen aus der Rettung der Eurozone für so gewaltig zu halten, dass selbst Deutschland an seine Belastungsgrenzen stoßen könnte. Im Euroraum festigt sich das Bild eines Staatenfinanzausgleichs - analog des deutschen Länderfinanzausgleichs. Die starken Ländern transferiert Gelder zu den schwachen und somit wird auch der Druck auf die deutschen Langfristzinsen erhöht. Da kann die EZB die Zinsen noch so lang bei einem Prozent halten. In den kommenden ein bis zwei Wochen werden wir wohl eine Gegenbewegung am Anleihemarkt sehen, nachdem seit Ende August die zehnjährigen Laufzeiten um rund 60 Basispunkte angestiegen sind.

Diese Zeit sollten Baufinanzierungskunden unbedingt nutzen, um ihre Baugeld-Konditionen möglichst langfristig festzuschreiben. Die Gefahr, dass wir in 2011 deutlich höhere Baugeldzinsen sehen, ist recht hoch. Baufinanzierungskunden sollten, nicht mehr auf sinkende Bauzinsen spekulieren, sondern für Finanzierungssicherheit sorgen. Einen großer Teil der Finanzierungssumme sollte dabei über lange Sollzinsbindungen festschreiben werden und damit für Kalkulationssicherheit bei der Baufinanzierung sorgen. Bei diesem niedrigen Baugeld-Zinsniveau ist es empfehlenswert eine Tilgung von 2 Prozent oder mehr zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Bau-Darlehens überschaubar bleibt.

Finanzkategorien: Baufinanzierung